Anamnese (Längsschnittuntersuchung)

Krankengeschichte des Patienten. Einerseits besteht sie aus der Vorgeschichte der Erkrankung (durch Befragung des Patienten) und andererseits aus Aufzeichnungen (Dokumentation des behandelnden Therapeuten in Form der Patientenakte: soziodemografische Daten [z. B. Alter des Patienten], Untersuchungsbefunde und therapeutische Maßnahmen).


Eigenanamnese

→ aktuelle psychische Beschwerden, Vorgeschichte sowie frühere psychische und körperliche Erkrankungen (Beginn, Behandlung, Verlauf)

Medikamenten- und Abhängigkeitsanamnese:

  • «Nehmen Sie Medikamente ein? Welche? Seit wann? Wie oft?»
  • «Gibt es Wirkungen? Nebenwirkungen [1]? Wechselwirkungen?»
  • «Konsumieren Sie psychotrope Substanzen (z. B. Alkohol, Nikotin bzw. Drogen)?»

Biografie:

  • «äußere Lebensgeschichte» (Lebenslauf)
  • «innere Lebensgeschichte» (Entwicklung in Kindheit, Partnerschaft, Familie)

Familienanamnese: → psychische und körperliche Erkrankungen in der Familie, typische Charaktereigenschaften, Werte und Normen, Moral, Suizidalität [2]

Sozialanamnese: → Sozialstatus, schulischer Werdegang, Berufsausbildung, derzeitige berufliche Stellung, soziale und kulturelle Interessen, Freizeitgestaltung, Lebensgewohnheiten

Sexualanamnese: → Sexualität, Partnerschaft, Ehe, sexuelle Entwicklung, erste Erfahrungen

Fremdanamnese

→ Befragung von Personen aus dem Umfeld des Patienten (z. B. Angehörige)


[1] Nebenwirkung bzw. zusätzliche Wirkung, die etwas unerwartet oder unerwünscht hat.

[2] Neigung zum Suizid (Selbstmord bzw. Selbsttötung)